Kryptowährungen

Was ist eine Kryptowährung?

Eine Kryptowährung im ursprünglichen Sinn ist eine digitale Währung, welche auf Basis der Blockchain programmiert ist. Diese Währung ist durch Kryptographie – eine Verschlüsselung – rar und sicher gemacht. Daher auch der Name als Kombination von Kryptographie und Währung. Das was die Kryptographie bei Kryptowährungen übernimmt haben bisher zentrale Institutionen, wie Banken, übernommen. Man vertraut nun nicht mehr diesen Institutionen, sondern nicht-manipulierbaren, sicheren, mathematischen Code.

Allerdings muss der Begriff Kryptowährungen erweitert werden, da es sich nicht immer um Währungen handelt. Klar bei Bitcoin trifft dies zu, aber es gibt hunderte „Kryptowährungen“, deren Coins bzw. Tokens keine Währung sind. Sie können von Besitzanteilen bis zum Stimmrecht alles darstellen.

Derzeit gibt es etwa 1400 verschiedene Coins und Tokens, Tendenz steigend. Wir werden im Folgenden die führenden und größten Kryptowährungen aufzeigen und erläutern, welchen Zweck sie erfüllen.

1. Generation – Währungen

Diese Kryptowährungen tragen ihren Namen zurecht. Sie wurden mit dem Ziel zur direkten (Peer-to-Peer) Bezahlung entwickelt. Sie werden daher auch die erste Generation der Blockchain Anwendungen genannt.

Bitcoin (BTC)

Bitcoin Cash (BCH)

Währung Bitcoin Fork

Bitcoin Cash ist am 1. August 2017 durch einen Fork von Bitcoin entstanden. Es hat zwei große technische Unterschiede zu Bitcoin: Es besitzt kein SegWit (Wiki / englisch), dafür aber eine Blockgröße von 8MB anstatt 1MB. Diese ermöglicht acht mal mehr Transaktionen, erhöht aber gleichzeitig auch die Größe der Blockchain massiv. Der Rest ist ziemlich ähnlich zu Bitcoin. Es hat allerdings zu großen Diskussionen innerhalb der Community geführt. Viele sehen in Bitcoin Cash den „richtigen“ Bitcoin, wie ihn auch Satoshi Nakamato in seinem Whitepaper beschrieben hat. Es gibt noch zig weitere solcher Bitcoin Forks wie Bitcoin Gold, Bitcoin Diamond etc. die alle etwas anders und besser machen wollen als Bitcoin Core.

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Litecoin (LTC)

Währung Bitcoin Fork

Litecoin war einer der ersten Bitcoin Forks aus dem Jahr 2011. Es unterscheidet sich aber gleich in mehreren Attributen: Die maximale Menge an Coins ist 4 mal so hoch. Es kann derzeit etwa 20 mal so viele Transaktionen pro Sekunde wie Bitcoin verarbeiten und die Transaktionskosten sind viel geringer. Zuletzt werden Blocks in etwa alle 2,5min und nicht alle 10min generiert, weshalb sich Transaktionen in der Regel vier mal schneller abwickeln lassen.

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Dash (DASH)

Währung Bitcoin Fork Privacy Coin

Dash ist die Abkürzung für Digital Cash. Der Start war am 18. Januar 2014, damals noch unter dem Namen DarkCoin. Es hat einige besondere Features wie Masternodes, PrivateSend und Instasend. Das verwendet hierzu einen sogenannten Mixer um Transaktionen privat zu versenden. Hier werden deine Coins mit einem riesigen Pool an Coins der Masternodes „vermixt“ um sie nicht mehr nachvollziehbar zu machen.

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Monero (XMR)

Währung Privacy Coin

Der Fokus von Monero liegt auf Privatsphäre. Es ist derzeit der Marktführer in diesem Bereich. Diese Privatsphäre wird durch sogenannte Ringsignaturen (YouTube / englisch) geschaffen. Wer jetzt denkt solche Coins werden nur für illegale Zwecke verwendet liegt vielleicht nicht ganz falsch, aber es gibt auch duzend Fälle in denen ich persönlich einen sogenannten Privacy Coin gegenüber einem doch transparenten und nachvollziehbaren Bitcoin vorziehen würde. Beispielsweise Einkäufe oder Beschaffungen die nicht jeder mitbekommen sollte, oder Krankenhausbesuche etc.

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Zcash (ZEC)

Währung Bitcoin ForkPrivacy Coin

Ein weiterer erfolgreicher Vertreter der Privacy Coins ist Zcash.

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2. Generation – Plattformen mit Smart Contracts

Diese Plattformen werden oft als Blockchain Version 2 bezeichnet. Es handelt sich nicht mehr um eine reine Währung, sondern es können mithilfe der Smart Contracts automatisiert bestimmte Aufgaben ausgeführt werden, für die bislang ein Mittelsmann nötig war.

Ethereum (ETH)

NEO (NEO/GAS)

Viele nennen es das chinesische Ethereum. Es ist ebenfalls eine Plattform für Smart Contracts und hat eine Blockzeit von 15-20 Sekunden. Allerdings kann NEO bis zu 1000 Transaktionen pro Sekunde verarbeiten.

Wenn ihr NEO Coins haltet werdet ihr mit GAS belohnt, welches ihr für Transaktionen braucht. Derzeit ist das Versenden aber noch kostenlos und benötigt kein GAS. NEO unterstützt mehr Programmiersprachen, wie .NET, Java, Python und GO, als Ethereum, welches nur Solidity benutzt. Für Entwickler könnte dies NEO zu einer attraktiveren Plattform als Ethereum machen. Allerdings gibt es kritische Stimmen die NEO zu zentralisiert finden. Dieses Problem soll 2018 gelöst werden, wenn die Nodes dezentralisiert werden.

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LISK (LSK)

Der Fokus von Lisk liegt auf den dezentralen Apps (DApps). Das Besondere ist, dass diese bei Lisk nicht auf der Mainchain (die Haupt-Blockchain), sondern auf einer Sidechain laufen. Eine Sidechain ist eine weitere Blockchain, welche neben der Mainchain läuft. Diese Sidechain können andere Blockzeiten haben und auch andere Konsensalgorithmen (Proof-of-Work bzw. Proof-of-Stake). Hierzu werden wir in Kürze einen Artikel mit weiteren Infos verfassen. Somit können Entwickler ihre eigene Blockchain mit den passenden Einstellungen für ihre DApp entwickeln. Lisk selbst ist in Javascript programmiert, eine sehr weit verbreitete Programmiersprache.

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Stratis (STRAT)

Stratis ist ebenfalls eine Plattform für DApps und verwendet Sidechains, genau wie Lisk. Die Programmiersprache ist .NET, da Stratis auch eine Art Partnerschaft mit Microsoft pflegt. Stratis ist SegWit-Ready und verwendet bereits Proof-of-Stake.

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3. Generation – Fokus: Skalierung

Diese 3. Generation ist nicht so klar abzugrenzen wie die 1. und 2. Generation. Sie hat das Ziel das bisher bestehende Skalierungsproblem zu lösen. Dies zielt hauptsächlich auf die Transaktionen pro Sekunde ab. Derzeitige Währungen und Plattformen der 1. und 2. Generation können, mit wenigen Ausnahmen, nur sehr wenige Transaktionen pro Sekunde durchführen. Soll die Blockchain aber Mainstream werden, also auf der ganzen Welt Akzeptanz finden, so wären diese maßlos überfordert. Man kann dies mit dem Internet vergleichen als es Mainstream wurde. Damals benutzte man ein Modem mit 56kbit/s. Heute unvorstellbar, denn damit wären Dienste wie YouTube o.ä. unmöglich. Das Internet hat sich aber stetig weiterentwickelt. Ob jetzt ein Projekt der 3. Generation durchsetzt oder ob sich Ethereum o.ä. weiter entwickelt um seine Herausforderungen selbstständig zu beheben steht natürlich noch offen.

IOTA (MIOTA)

IOTA wurde hauptsächlich für Machine to Machine (M2M) Aufgaben erschaffen. Nehmen wir an du fährst in Zukunft mit deinem Elektroauto auf einen Parkplatz, der über Induktion dein Auto aufladen kann. Dein Auto kommuniziert nun automatisch mit dem Parkplatz und handelt einen Tarif für den Strom aus und das Auto wird geladen. IOTA hat dabei keine Skalierungsprobleme, umso mehr das Netzwerk benutzt wird desto schneller und sicherer wird es. Dabei liegt aber keine Blockchain, sondern ein Tangle (YouTube / deutsch) zugrunde.

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EOS (EOS)

EOS verhält sich ähnlich wie ein Betriebssystem auf dem PC (Windows, Mac OS…). Es stellt die grundlegenden Features zur Verfügung und Entwicklern können sich voll und ganz auf die Applikation konzentrieren, ohne sich Gedanken um die Infrastruktur, Datenhaltung o.ä. zu machen. Der Gründer kam auf die Idee, nachdem er Steemit und Bitshares entwickelt hatte und merkte, dass viele grundlegende Details gleich waren. EOS befindet sich bis Mitte 2018 in der Phase des ICO. Sie sammeln also noch Gelder bzw, Ether um ihr Projekt zu finanzieren. Es gibt derzeit noch keinen Prototyp, dieser soll aber mit Ende des ICO erscheinen. Die Programmiersprache ist JavaScript, welche beinahe jeder Programmierer beherrscht.

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Cardano (ADA)

Cardano ist eine Plattform mit Smart Contracts auf denen DApps entwickelt werden können. Im Grunde genommen genau wie Ethereum. Allerdings ist Cardano aus einem wissenschaftlichen Ansatz entstanden, um die diverse Probleme derzeitiger Systeme wie Ethereum zu beheben. Es hat u.a. das Ziel die Skalierungsprobleme zu beseiteigen, eine Verbindung bestehender Blockchains zu schaffen und eine nachhaltige Führung zu implementieren, an der sich jeder beteiligen kann um es so dezentral wie möglich zu gestalten. Allerdings ist dies derzeit noch Theorie und es gibt noch keine Produkt.

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Und wie kann man Kryptowährungen speichern oder aufbewahren?

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