Was sind Währungen, Gold oder Geld?

Um das Konzept von Kryptowährungen verstehen zu können musst du zunächst das aktuelle Geldsystem und die damit verbundenen Stärken und Herausforderungen kennen lernen. Wir gehen den Fragen auf den Grund was Geld ausmacht, was der Unterschied zwischen Geld und Währungen ist und inwiefern Gold eine wichtige Rolle spielt.

Geldbörse gefüllt mit Geld, wie Scheine, Kreditkarten und Münzen. Im Vordergrund ist eine Lupe zu sehen, die einen Teil vergrößert.
Quelle: Pixabay

Was ist Geld und was sind Währungen?

Geld ist geschaffen worden um einen gewissen Wert zu speichern. Dieser Wert kann beispielsweise für Produkte oder Dienstleistungen eingetauscht werden. Du bezahlst also im Supermarkt für deinen Einkauf oder für den Haarschnitt beim Friseur. Dabei muss Geld immer drei Kriterien erfüllen:

  1. Geld muss einen Wert speichern können
    Dies wird durch Rarität erzeugt. Wenn jeder sein Geld zuhause drucken könnte, oder es Gold wie Sand am Meer gäbe hätte es für uns keinen Wert.
  2. Geld muss gut zu transportieren sein
    Stellen wir uns kurz vor wir würden nicht mit Euro, sondern mit schweren Steinen bezahlen. Dann müsstest du jedes Mal mit einer mit Steinen gefüllten Schubkarre zum Supermarkt laufen.
  3. Geld muss ersetzbar sein
    Ein 50€ Schein muss durch einen 50€ Schein oder durch fünf 10€ Scheine ersetzt werden können. Eine Unze Gold muss genau so viel Wert sein wie zwei halbe Unzen Gold. Der Wert darf sich nicht ändern. Hätten wir bspw. Diamanten als Währung käme es da schon zu Problemen, da diese viele unterschiedliche Eigenschaften haben welche schwer vergleichbar sind. Man könnte vom Aussehen auf den ersten Blick nicht erkennen ob beide Diamanten gleich wertvoll sind.

Eine Währung ist die Ausführung, Geld lediglich das Konzept dahinter

Bei einer Währung vertraust du und alle anderen Nutzer darauf, dass diese drei Kriterien für ein bestimmtes Gut erfüllt sind. Einige Zivilisationen handelten mit Muscheln, Vorfahren von uns mit Gold und wir mit Papier und Münzen. Dies sind drei verschiedene Währungen, die aber alle als Geld fungieren.

Ist Gold eine gute Währung?

Gold wird seit 2000 v.Chr. als Währung genutzt. Es ersetze damals den direkten Handel von Gütern wie etwa 1000 Gramm Salz gegen 500 Gramm Fleisch. Diese sind aber hinsichtlich der drei Kriterien nicht optimal. Gold hingegen deckt alle ab:

  1. Gold ist selten und es ist mit Arbeit verbunden es abzubauen. Es kann daher gut Wert speichern.
  2. Außerdem ist es Transportabel. Eine Unze Gold ist leichter und nimmt nicht so viel Platz weg wie 1 Kg Fleisch.
  3. Ein Gramm reines Gold ist genau gleich wie ein anderes Gramm reines Gold. Man nennt dies fungibel.

Es ist aber wichtig zu verstehen: Gold hat keinen inheränten Wert. Stellen wir uns vor ihr seid in der Wüste mit einem ganzen Barren Gold. Ich wette ihr werdet diesen spätestens nach zwei Tagen gegen den kleinsten Schluck Wasser eintauschen, da ihr nichts damit anstellen könnt und nur unnötiges Gewicht mit euch herum tragt. Der einzige Grund weshalb Gold für uns im ersten Moment für sehr wertvoll erscheint, ist die Tatsache, dass es uns die Geschichte so gelehrt hat. Gold war schon immer – und vor allem in Krisenzeiten – eine vertrauensvolle Währung.

Goldebundenes Papiergeld alias Schuldscheine

Im 15. Jahrhundert wurde eine neue Art von Geld in Umlauf gebracht. Schuldscheine die an Gold gebunden sind. Man ist zur Bank gegangen, hat seine Unze Gold abgegeben und hat im Gegenzug einen Schuldschein erhalten, der beweist, dass man die Unze Gold wirklich abgegeben hat. Welche Vorteile hat so ein einmaliges Stück Papier im vergleich zu Gold?

  1. Es war schwerer zu fälschen als Gold. Dies wurde u.a. mit minderwertigen Metallen „gestreckt“, was für den normalen Bürger kaum zu erkennen war.
  2. Gold nimmt zwar nicht viel Platz ein, ist aber viel schwerer als Papier. Daher ist auch beim Transport Papier besser geeignet.
  3. Es gab die Möglichkeiten Schuldscheine in kleineren Denominationen auszugeben. Hier hat es einen leichten Vorteil, da man Gold nicht unendlich Teilen kann. Irgendwann hat man nur noch Staub mit dem man nichts mehr anfangen kann.

Unser heutiges (Fiat-)Geld

Was viele nicht wissen ist, dass unser Geld (Euro, CHF, USD etc.) nicht mehr an Gold gebunden ist. Die Zentralbanken merkten in den 1920ern, dass eh keiner das bei ihnen hinterlegte Gold jemals abholen würde, da Schuldscheine viel angenehmer handzuhaben waren. Also vermehrten sie einfach das Papiergeld, dem sowieso jeder blind vertraute. Der Name Fiat-Geld macht dies nochmal deutlich. Man vertraut darauf, dass die Zentralbanken das Geld wieder zurücknehmen, da es NICHTS mehr mit Gold zu tun hat. Damit hat sich der erste Punkt wesentlich geändert:

  1. Die Rarität des Geldes ist nicht mehr an Gold geknüpft, sondern ganz alleine in das Vertrauen in die Zentralbanken. Diese sind nämlich die einzigen die neues Geld drucken können. Normalerweise stellt sich dies als kein Problem heraus, kommt es aber du Krisenzeiten wie Krieg hat die Geschichte schon mehrfach bewiesen, dass Banken dann neues Geld drucken um ihre Schulden begleichen zu können. Dies führt zur Inflation. Inflation ist grundsätzlich nichts schlechtes wenn sie sich in einem Rahmen zwischen 1% und 2% bewegt. Dies kurbelt die Kauflaune der Verbraucher an, was der Wirtschaft zugute kommt. Ist die Inflation allerdings zu hoch sinkt das Vertrauen in die Währung und in die Wirtschaft. Die Rarität des Geldes hat sich also im Vergleich zu früher verschlechtert, da sie auf Vertrauen basiert.
  2. -3. Keine Veränderungen

Das Bemerkenswerte ist, dass Geld damit das erste Mal zentralisiert wurde. Nur die Banken als zentrale Institution kann Geld herstellen. Früher konnte jeder – mit einem gewissen Arbeits- und Kostenaufwand – Gold schürfen gehen und dies in Schuldscheine umtauschen. Über dieses Gold hat niemand regiert. Über Fiatgeld regieren dagegen die Banken.

Wir wissen jetzt was Währungen erfüllen müssen um als solche zu funktionieren und welche Nachteile und Vorteile die bisherigen Währungen haben. Nun schauen wir uns die grundlegende Technologie hinter den Kryptowährungen an.

Teilen

Schreibe einen Kommentar